Riester oder Rürup

Auf einen Blick: Aspekte zur ersten Orientierung:

 

  • Förderberechtigte Personen mit niedrigem Einkommen und/oder mehreren Kindern sollten auf jeden Fall Riester den Vorzug geben.
  • Auch für Gutverdiener mit hoher Steuerbelastung eignet sich Riester aufgrund des Sonderausgabenabzugs in der Ansparphase sehr gut.
  • Für Angestellte kann es interessant sein, Riester und Rürup abzuschließen: Die beiden staatlich geförderten Renten stehen nicht in steuerlicher Konkurrenz zueinander (Riester: Sonderausgabenabzug nach §10a Abs. 2 EStG; Rürup: §10 Abs. 4a EStG). Unsere Empfehlung: Erst die Fördergrenzen von Riester ausreizen, dann Rürup abschließen.
  • Bei Riester beträgt die Fördergrenze 2.100 Euro im Jahr. Bei Rürup können Beiträge bis 20.000 Euro jährlich (bei zusammen Veranlagten bis 40.000 Euro) steuerbegünstigt aufgewendet werden.
  • Kapital oder Rente? Riester sieht seit 2005 auch eine Teilkapitalisierungsmöglichkeit von 30 % sowie eine Kapitalauszahlung von Kleinbetragsrenten vor, Rürup ausschließlich die Kapitalauszahlung von Kleinstbetragsrenten.
  • Verwertungssicherheit: Riester bietet mehr Flexibilität durch Vererbbarkeit, Übertragbarkeit und Kapitalisierbarkeit. Rürup ist nicht vererbbar, nicht veräußerbar, nicht beleihbar, nicht übertragbar und nicht kapitalisierbar. In der Ansparphase sind übrigens beide Vorsorgewege vor Hartz IV und Pfändungen geschützt.
  • Freiberufler und Selbstständige, die nicht in der gesetzlichen Rentenversicherung (GRV) pflichtversichert sind, haben grundsätzlich keinen Anspruch auf Riester-Förderung. Sie stellen damit die größte Zielgruppe von Rürup dar.

 

 

 

 

Riester-Rente

Rürup-Rente

Vorteile

  • Hartz-IV-sicher während der Ansparphase
  • Staatliche Förderung in Form von jährlichen Grund- und Kinderzulagen 154 € Eigenzulage, bis zu 300 € je Kind
  • Sonderausgabenabzug in der Ansparphase
  • 30% Teilkapitalauszahlung möglich
Vorteile

  • Höhere Ablaufleistung durch Gruppenkonditionen
  • Hartz-IV-sicher während der Ansparphase
  • Sonderausgabenabzug in der Ansparphase

 

 Nachteile

  • Hohe Verwaltungskosten
  • Unverheiratete ohne Kinder erhalten wenig Zulagen
  • Bei Tod und Kündigung müssen die bis dahin erhaltenen stattlichen Zualgen zurückgezahlt werden
Nachteile

  • kein Kapitalwahlrecht
  • während der Ansparphase nicht vererbbar

 
 
 

Rechenbeispiel für Zulagen bei einem Riestervertrag

Familie mit 2 zulagenberechtigten Pflegekindern (geb. 2007 und 2010), Jahreseinkommen 40.000,-€

 

Die Riester-Zualgen betragen 639,-€ bestehend aus 154,-€ Eigenzulage, 185,-€ Kinderzulage für vor 2008 Geborene und 300,-€ Kinderzulage für ab 2008 Geborene.

 

Um die vollen Zulagen zu erhalten, ist ein Jahresbeitrag in Höhe von 4% Ihres Jahresbruttoeinkommens abzüglich der o.g. Zulagen notwendig. Dies entspricht in diesem Beispiel einem Eigenbeitrag von 961,-€ (1.600,-€ abzüglich 639,-€).

 

Hinzu kommen jetzt die Zulagen des Jugendamtes. Gehen wir mal vom schlechteren Fall aus. Das Jugendamt zahlt den hälftigen Zuschuss nur einmal. Sie würden in diesem Fall eine Erstattung des Jugendamtes von 477,60 € erhalten.

 

Es bleibt ein Eigenbeitrag von 483,40 € übrig. Auf den Monat gerechnet sind das 40,28 €.

 

Für einen monatlichen Beitrag von 40,28 € erhalten Sie in diesem Beispiel insgesamt über 1100,- € Förderungen. Zusammen mit der Grünen Rente der Stuttgarter bedeutet dies ein echter Mehrwert für Sie.

 

Nachfolgend haben Sie die Möglichkeit, Ihre individuellen Riester-Zualgen zu berechnen. Die Zuschüsse Ihres Jugendamtes rechnen Sie bitte dem Ergebnis hinzu.

 

 

(c) Riesterrechner ist ein Service von nachrechnen.de
 

Fazit

 

Für alle Förderberechtigten empfiehlt sich der Abschluss einer Riester-Rente. Auch wenn die Verwaltungskosten sehr hoch sind, rechnet sich der Riester-Vertrag durch die Zulagen besonders gut.

Selbstständige und Freiberufler greifen auf die Basis-Rente zurück. Diese ist auch für gut verdienende Angestellte eine zusätzliche Option. Durch Gestaltung eines Gruppenvertrages ist die Pflegeeltern Rente in der Rürup-Version ebenfalls sehr attraktiv.